
Windoof (gelegentlich „Windows“ genannt) kennt die ganze Welt, diesen „kostenpflichtigen Computervirus, der schon beim Start Probleme bereitet“. Ebenso kennt die Welt den Windoof-„Erfinder“ Bill Gates, der immer schon im richtigen Moment den Riecher dafür hatte, die Entwicklungen anderer als wichtig zu erkennen, sie dann aufzukaufen und dann nachher daraus ein großes Geschäft zu machen. So geschah es, als Microsoft in Ermangelung eigener kreativer Ideen 1981 die Firma „Seattle Computer Products“ und mit ihr das Programm 86-DOS aufkaufte.
Nachdem also Microsoft gezeigt hat, wie man mit einem institutionalisierten Störfall die Menschen begeistern und an sich binden kann, hat sich Bill Gates nun etwas Neues ausgedacht: kleine, aber feine „Laufwellenreaktoren“ (englisch: „Traveling Wave Reactors“), sollen in der Erde vergraben störfrei und wartungsunbedürftig über 100 Jahren hin mit wenig Plutonium und ansonsten mit abgereichertem oder natürlichem Uran vor sich hinlaufen und uns mit Strom versorgen.
Das Potential soll enorm sein: allein 700.000 Tonnen abgereichertes Uran haben die USA zur Verfügung, Einnahmen von 100 Billionen US-Dollar winken, so berichtet es jedenfalls SPIEGEL-Online.
Neu ist das Thema nicht: die Technologie, die auf der Atom-U-Boot-Technik beruht, wird schon seit längerem beforscht, nun aber hat die von Bill Gates unterstützte Firma Terrapower aus den USA offenbar das nötige Kleingeld und den ausreichenden Mut sich auf dieses Feld zu wagen. Gebaut wurde allerdings bislang keine einzige Anlage; immerhin gibt es Simulationen in Großcomputern – wobei sich die Firma bislang ausschweigt, auf welchem Betriebssystem diese laufen ...
Für die vielen Seiten im Netz, die „lustige Fehlermeldungen“ von Windows zeigen, werden sich also zukünftig ganz neue Perspektiven ergeben. Der ultimative Absturz, der bislang unter Computeranwendern als „blue screen of Death“ (BSoD) kursierte und eine Art geduldeter Zivilisationskrankheit darstellte, kann eine ganz neue Bedeutung bekommen. In einer Pressemeldung dazu heißt es: „Zwar sei bei Kühlmittelverlust eine Kernschmelze möglich, aber aufgrund der thermischen Trägheit des flüssigen Metalls habe man einen Zeitvorteil von etwa einem Tag, um Gegenmaßnahmen einzuleiten“. Das tröstet. Die Welt wird besser!
(Foto: Copyright World Economic Forum (www.weforum.org), swiss-image.ch/Photo by Severin Nowacki
2 Kommentare:
Na, die einführenden Bemerkungen über Microsoft und Bill Gates hinken aber mächtig zeitlich hinterher. Als einer aus der frühen Zeit der Computerei kann ich nur sagen, die Produkte waren und sind nicht so übel gewesen. Und ich habe damit verdammt viel Zeit beruflich verbracht. Klar Macintosh war schlauer, aber Microsoft hat eben auch leistungsfähige Computer gebaut. Also, die alten Zeiten sind keine Garantie dafür, das neue Ideen aus dieser Ecke der Welt dann in die Hose gehen müssen.
.... na ja, der Beitrag ist mit einem deutlichen Augenzwinkern geschrieben. Mein PC, an dem ich gerade sitze, läuft auf Windows xp (mit Service-Pack 3, das Programm brauchte etwas, bis es einigermaßen sicher war ...). Ich habe ein Klischee genutzt ... zugegeben ... , aber um was es mir eigentlich ging, ist wohl auch deutlich geworden. Aber einem der 120.000, die an der Anti-Atom-Kette in Hamburg am letzten Wochenende teilgenommen haben, brauche ich das ja nicht zu sagen :-)
Herzliche Grüße,
Thomas Schaack
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