Dienstag, 5. Oktober 2010

Wegwerfgesellschaft

Ein Unbekannter ertränkt einen Hund in einem Löschteich, indem er das Tier mit einem Ziegelstein beschwert ins Wasser wirft. Eine Nachricht aus dem nordfriesischen Bargum erschüttert die Menschen im Dorf und darüber hinaus. "Mord" nennt das der Bargumer Gemeindearbeiter und trifft damit wohl die Gefühle der meisten Menschen.

Gewalt gegen Tiere ist keine Seltenheit in unserer Gesellschaft. Tierquälereien oder z.B. das Aussetzen von Tieren an Autobahnraststätten gehören zu unserem Alltag. Wer die Folgen sehen will, kann die Opfer im nächsten Tierheim besuchen - und sich vielleicht eines Tieres annehmen.

Tierquälereien sind keine moderne Erscheinung, es hat sie immer gegeben. Die Entstehung der ersten deutschen Tierschutzvereine im 19. Jahrhundert hat ihren Auslöser in weit verbreiteter Tierquälerei gehabt. Tierschutzgesetze sind ebenfalls die Folge gewesen.

So schlimm die Tat in Bargum ist: die Empörung vor Ort und die Berichterstattung in der Presse zeigen, dass so etwas von den meisten Menschen nicht als Kavaliersdelikt hingenommen wird. Unsere Humanität entscheidet sich gerade am Umgang mit den Schwachen und denen, die uns anvertraut sind. Die Tiere gehören auch dazu. In einem Tierschutzpapier der Nordelbischen Kirche aus dem Jahr 2005 heißt es: "Tiere haben eine vom Menschen unabhängige Würde, die aus ihrer Beziehung zu Gott erwächst".

Das Gefühl für diese Würde tragen die meisten Menschen in sich - und für alle anderen steht es dann noch einmal zu Beginn des deutschen Tierschutzgesetzes: ""Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen".

(Foto: gagi28 / pixelio.de)