Montag, 14. März 2011

Japan ist überall

Die Ereignisse in Japan seit dem letzten Freitag hinterlassen einen sprachlos. Die vielen Toten, die Verluste an Werten, die nicht gebannte Gefahr mehrerer in der Kernschmelze befindlicher oder kurz davor stehender Reaktorblöcke lassen das Schlimmste befürchten. Die Gedanken gehen an die HelferInnen, die in grausigen Situationen stehen und die viele Tote und unglaubliche Zerstörungen erleben müssen. Dazu gehören auch die Techniker und Soldaten in Fukushima, die ihre Gesundheit und ihr Leben opfern müssen, um vielen anderen Menschen die Gesundheit und das Leben zu retten. Was in ihnen in diesen Stunden vorgeht, kann man sich kaum ausmalen. Den HelferInnen gelten in diesen Tagen die Gebete und alle Anteilnahme für das, was sie jetzt zu tun haben.

Diese Naturkatastrophe zeigt die Verletzlichkeit all dessen, was wir zustande bringen und auf­bauen können. Mit einer Welle wurde es hinweggefegt. Dazu die vielen Toten und die Vermissten, deren Zahl noch steigen dürfte, weil auch die, die sie vermissen könnten, nicht mehr da sind. In die Fassungslosigkeit mischt sich Zorn und Aggressivität, wie so etwas nur geschehen kann und dieser Planet offenbar keine Rücksicht auf uns nimmt. Es bleibt allein, uns in Demut zu beugen vor den unkalkulierbaren Lebensbedingungen dieser Welt.

Amerikanische Kriegsschiffe entfernen sich wegen erhöhter Radioaktivität von der japanischen Küste. Man kann das verstehen, aber das wird kein Symbol sein können für das, was jetzt von allen zu tun sein wird. In den Gottesdiensten wird schon für Hilfseinsätze gesammelt, Hilfe kommt von überall und muss auch sein. Japan ist mit dieser Katastrophe überfordert und braucht jede Hand, die mit anpackt und gibt. Schrecklich zu sehen sind unterdessen die Reaktionen an der Tokioter Börse, wo alle Werte fallen. Nur japanische Baukonzerne, die einem Boom entgegen gehen dürften, können zulegen. Entsprechende Empfehlungen kann man als Anleger im Netz leicht bekommen. Auch in dieser Situation gibt es genügend Anleger, die nicht verlieren, sondern auf das richtige Pferd setzen wollen. Das Geld dafür haben sie zuvor auch durch japanische Energieversorger verdient. Nachdem sich deren Geschäftsmodell als fragil erwiesen hat, schließen sie sich nunmehr den amerikanischen Kriegsschiffen an.