Samstag, 26. März 2011

Laute(r) Worte zur Atompolitik

"Im Übrigen muss sich eine Partei wie die Union, die vielleicht einzige verbleibende Volkspartei, gut überlegen, ob sie gerade die Kernenergie zu einem Alleinstellungsmerkmal machen will. Es wäre besser, man würde uns mit der ökonomischen und ökologischen Modernisierung unseres Landes verbinden. Wir sollten unsere Akzeptanz in der Bevölkerung nicht an den störungsfreien Betrieb von Kernkraftwerken knüpfen."
(Dr. Norbert Röttgen, Bundesumweltminister am 6.2.2010 in der Süddeutschen)

 "Ich bin nicht mehr bereit, die Eskapaden des Bundesumweltministers zu akzeptieren"
(Stefan Mappus, MP Baden-Württemberg im Mai 2010)

 "In Block 3 von Fukushima könnte etwas beschädigt sein"
(Vertreter der japanischen Atomaufsichtsbehörde am 26. März 2011, nachdem im Meer vor Fukushima eine Spitzenkonzentration von radioaktivem Jod gemessen wurde)

 "Sie sind sicher, aber es reicht jetzt nicht zu sagen, sie sind sicher."
(Stefan Mappus im März 2011, MP Baden-Württemberg zu den deutschen AKWs)

 "Was in Japan passiert ist, ist schrecklich, aber - in aller Brutalität - es ist auch das Leben. Das Leben ist ohne Risiken nicht zu haben."
(Helmut Kohl in der BILD-Zeitung im März 2011)

 "Es kann nicht sein, dass am Ende Töpfer mit seinen Bischöfen kommt und dem Parlament sagt, wie es das Atomgesetz zu ändern hat"
(Vertreter der CDU-Fraktionsspitze zur Ethikkomission; will laut SPIEGEL ungenannt bleiben)

 "Wir sehen ja, dass Kernenergie keine Technik ist, die uns billiger kommt. Im Gegenteil, es entstehen an vielen Stellen massive Kosten zur Gewährung der Sicherheit – ohne dass ein nicht beherrschtes Restrisiko ausgeschlossen werden kann."
(Klaus Töpfer im Interview mit der TAZ am 26. März 2011)

 "Herr Dr. Keitel machte darauf aufmerksam, dass derzeit eine Meldung über den Ticker laufe, wonach die Bundesregierung am Nachmittag ein Moratorium der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke bekannt geben wolle. Der Minister bestätigte dies und wies erläuternd darauf hin, dass angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational seien."
(Auszug aus einem Protokoll des BDI von einer Tagung mit Minister Brüderle am 14. März 2011)